Über Dani

studentische Mitarbeiterin SPZ Friedrichshain/ psychosoziale Elternberatung für Frühgeborene, chronisch kranke und behinderte Kinder und ihre Eltern

Frieda e.V. unterstützt Inklusionsprojekt an Berliner Grundschulen

Inklusionsbegleitung an Berliner Grundschulen

Projektziel

Das Projekt hat das Ziel, Lehrer*innen zu beraten und zu begleiten, um ihre Kompetenzen zur inklusiven Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf Lernen, geistiger Entwicklung oder mit mehrfachen Förderbedarfen nachhaltig zu verbessern.

Ausgangslage

In Berlin wurden bis vor wenigen Jahren die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen mit Intelligenzminderung an speziellen Förderzentren, d.h. separat von anderen Schülern, unterrichtet. Deutschland hat sich 2009 verpflichtet, die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen. Dadurch hat sich in den letzten Jahren der Anteil inklusiv beschulter Kinder erheblich erhöht.

Diese erfreuliche Entwicklung birgt aber auch Probleme: Viele Lehrer*innen fühlen sich nicht hinreichend vorbereitet und unterstützt, um Kinder mit und ohne Intelligenzminderung gemeinsam zu unterrichten und den immer komplexer werdenden Anforderungen gerecht zu werden. Vor allem, wenn Kinder Verhaltensauffälligkeiten zeigen, d.h. den Unterricht stören, sich nicht an verabredete Regeln halten oder scheinbar unverständliche Reaktionen zeigen, benötigen Lehrer*innen erweiterte Kompetenzen, um den besonderen Herausforderungen der Inklusion gewachsen zu sein.

Projektbeschreibung

In unserem Projekt Inklusionsbegleitung werden ausgewählte Schulklassen an momentan fünf Berliner Grundschulen über die Dauer von zwei Jahren kontinuierlich beraten und begleitet. Voraussetzung ist, dass in den teilnehmenden Klassen ein bis zwei Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf: Lernen, geistige Entwicklung und/oder Autismus bzw. mit komplexem Unterstützungsbedarf beschult werden.

Die Inklusionsbegleiter*innen kommen 1x wöchentlich in die Klasse und beraten die Lehrer*innen und Erzieher*innen unter anderem

  • zum Umgang mit schwierigen Verhaltensweisen (Rückzug, Vermeidung, Verweigerung, oppositionelle oder aggressive Verhaltensweisen)
  • zur Förderung der sozialen Interaktion zwischen Schüler mit und ohne Förderbedarf
  • zur Verbesserung von Selbstständigkeit und Alltagskompetenzen aller Kinder
  • beim Thematisieren der Beeinträchtigung mit dem betroffenen Kind selbst und beim Umgang mit den Besonderheiten in der Klassengemeinschaft.

Wer sind wir

Das Beraterteam besteht aus Ärzt*innen, Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen und Pädagog*innen mit langjähriger Berufserfahrung in der Arbeit mit psychisch kranken, verhaltensauffälligen oder intelligenzgeminderten Kindern, insbesondere auch mit Kindern mit mehrfachen schweren Beeinträchtigungen.

Es besteht ein Kooperationsvertrag mit dem Institut für Erziehungswissenschaften der Humboldt-Universität Berlin unter der Leitung von Prof. Sasse.

Die Humboldt-Universität Berlin ergänzt unser Beratungsangebot durch:

  • Weiterbildungsangebote für die teilnehmenden Schulen zum Thema „gemeinsamer Unterricht“ und zur differenzierten Leistungsbewertung
  • Projektangebote für die teilnehmenden Klassen in den Lernwerkstätten der HU

Das Besondere an unserem Projekt

Die Lehrer*innen bekommen die Möglichkeit, über einen längeren Zeitraum, ihre Kompetenzen im konkreten Umgang mit einzelnen Schüler*innen zu erweitern. Im Gegensatz zu einer rein theoretischen Fortbildung wird dadurch sichergestellt, dass die erarbeiteten Konzepte und Methoden von den Lehrer*innen sofort praktisch erprobt und hinsichtlich ihrer Alltagstauglichkeit überprüft werden können.

Zudem wollen wir nachhaltig arbeiten: Unsere Beratung richtet sich deshalb explizit an die Lehrer*innen, und nicht – wie sonst im medizinisch therapeutischen Kontext üblich – an die einzelnen Kinder und ihre Familien. Am Ende des Projekts sollen die teilnehmenden Lehrer*innen in der Lage sein, weitere Kinder mit Förderbedarfen selbstständig zu integrieren und ihr Wissen und ihre Expertise weiterzugeben und so zu Multiplikator*innen für das Lehrerkollegium zu werden.

Qualitätssicherung

Während der Projektlaufzeit erhalten die Berater*innen monatlich eine Supervision durch eine Ärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie. Die Ärztin ist Dozentin und Supervisorin in der Ausbildung von Kinder- und Jugendlichentherapeuten und verfügt über einen langjährigen Erfahrungsschatz in der Lehrerberatung für inklusiv beschulte Kinder.